Himmelfahrtskommando 2004:


Schneeschuh-Bergtour zum Westfalenhaus und Winnebacher Weiskogel,
bei Lüsens  im  Sellraintal


Am Donnerstag zu Himmelfahrt trafen wir uns um 6 Uhr, diesmal auf die Sekunde zeitgleich am P&R Parkplatz Esslingen. Wie man auf dem Foto erahnen kann, waren wir sehr optimistisch und hatten auch die Tourenski im Gepäck.
   Unser Tagesziel, das Wesfalenhaus im Sellrain .
Um 10 Uhr in Lüsens (1640m) angekommen entschlossen wir uns aber für eine 'reine' Schneeschuhtour. Tatsächlich kamen uns dann beim Aufstieg zig Dutzend Tourenskifaher vom Lüsenser Fernerkogel entgegen.
  Nach 10 min. Fußweg bemerkt unserer Kamaramann, dass er sein Okularaufsatz verloren hat. Ist nicht ganz so schlimm meint John, da die Kamera eh viele technische Macken hat und bald eine neue her muß. Dann schauen  wir  zurück  und sehen zwei Tourenfahrer heftig winken ... Also gibts für John eine kleine Joggingeinlage und für Dana und mich 5 min Pause. Endlich, nach den ersten 100 hm ist es soweit: Eine geschlossene Schneedecke :-) 
Also, die Schneeschuhe unter die Haxen geschnallt und freudig durch den Schnee gestapft.
    ...     ...  Das Wetter ist super klasse und die Stimmung entsprechend. Als Hüttenaufstieg gibt es zwei Wege, einen Sommer- und einen Winterweg. Nicht ohne Grund wie wir noch später feststellten ... Munter entschieden wir uns für den Sommerweg, entlang des Baches und vorbei an alten Lawinenkegeln:
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Unser Quartier im Winterraum des Westfalenhauses (2275m) bezogen wir dann nach mühevollen 3 1/5 Stunden Aufstieg. Nach einer  kleinen Erholungspause gingen wir, nun ohne das schwere Gepäck auf den 'Hüttenberg', die Münsterhöhe (2510m) . Unterwegs sagten uns zwei Murmeltiere hallo; sie machten wohl geade ihren ersten Ausflug. Hier erleben wir die Berge schon fast surreal: Direkt neben dem Gipfelkreuz stand tatsächlich eine Bank, so dass wir bei sommerlichen Temperaturen das klasse Panorama bequem, wie in Opas Sessel, genießen konnten.

Leider war der Schnee zu weich, so dass wir nicht abfahren konnten, trotzdem hatten wir viel Spaß dabei.
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Wieder an der Hütte angekommen gab es bald das verdiente Abendbrot, mit dem üblichen 'Nachtisch' ;-)
          

Am nächsten Tag sollte nun endlich ein richtiger Gipfel gemacht werden. Nach langer Diskussion entschieden wir uns für einen nicht allzu schwierigen Berg, den Winnebacher Weißkogel (3182m). Um 7 Uhr gingen wir los. Die Richtung war klar, zum Winnebachjoch. Wegen dem vielen Schnee war der Weg natürlich nicht zu erkennen -- als unter mir und dem Schnee auf dem ich stand so ein merkwürdiges Glucksen und Bachrauschen zu hören war, zog ich doch rasch die Schneeschuhen an und war froh als diese Passage vorüber war.

  ...     ...      Die letzten 50m zum Winnebachjoch (2732m) waren ganz schön steil, aber mit den beweglichen Schneeschuhen und dem weichen Schnee im Aufstieg gut machbar. Allerdings wurde es zunehmends düsterer.  Dicke Wolken zogen auf - und wir zügig weiter bis ca. 100m unterhalb des Gipfels.


Hier wurde es  noch  steiler und, möglicherweise wegen dem vielen Schnee war die Wegbeschreibung auch nicht ganz eindeutig. Nun fing es auch noch an zu schneeregnen. Die Aussicht auf ein Gipfelglück ging mittlerweile gegen Null, da, wenn wir durchnässt oben ankommen würden, dann umhüllt von Wolken gewesen wären. Nach kurzem Kriegsrat machen wir uns auf den Rückweg: Abrutschen oder Runterlaufen ohne Schneeschuhe ging leider nicht, da wir dauerhaft hüfttief  im Schnee einsanken. Mit Schneeschuhen wars allerdings auch besch...eiden, zumindest bei den langen Dingern vom John und mir: Im steilen Schneefeld hatten die hinteren Enden zu viel - und die vordere Schaufel zu wenig 'Auftrieb'. So kam es mehrmals vor, dass sich die vorderen Schneeschuhschaufeln im Schnee zu tief  vergruben und wir dabei die Füße nicht mehr hoch bekamen ... Also nix mit einfachem Abstieg - es war fast genauso  anstrengend wie der Aufstieg.

 
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Um 13:45 Uhr sind wir erschöpft 'daheim' im Winterraum angekommen.

 
  
Nach einem heißen Grog und üppigem Essen geht es uns wieder gut. Wir verbrachten die Zeit mit Skat spielen. Bei Johns wissenschaftlichen Analysen kamen allerdings nicht allzuviele Spiele zustande... Aber dann passierte es, erst ein leichtes Dröhnen, dann ein Donnern: Vielleicht 400m entfernt ging auf der anderen Talseite eine Schneelawine runter. Eine gewaltige Masse von ca. 3 Fußballfeldern, gefüllt in einer Höhe von 2 bis 30m. Es vergingen gute 5 Minuten bis die letzten Reste herrunter rauschten. Plötzlich war uns klar, warum es einen Sommer- und Winterweg gab.
Leider hört es auch nicht mehr auf zu regnen ... auch nicht am nächsten Morgen, was uns veranlaßte die Tour abzubrechen und ins Tal abzusteigen.Diesmal  nicht  sorglos auf dem Sommerweg.

 
        
Wir staunen über die Schneemassen der gestrigen Lawine                                       

Duchnäßt, aber munter waren wir gegen 10 Uhr wieder am Auto. Und genossen die eingelösten Spielschulden in Form eines Radlers.




Schlusswort:
Schneeschuhwandern ist doch ganz schön anstrengend. Allerdings ohne diese Dinger wären wir aufgeschmissen gewesen. Vermutlich werden wir aber beim nächsten Mal doch lieber die Tourenski benutzen.

JD