KRAD-Treffen am Lago d'Idro 2009:
- streikende Motorräder
- und ein Via Ferrata

Am 11.Juni waren alle Pässe geöffnet, jedoch z.T. noch sehr verdreckt ...


Die Pass-Streckenbeschreibung:

Mittwoch (Hinfahrt, 1.Tag)

Donnerstag (Hinfahrt, 2.Tag)

Freitag (Ferrata Spigolo della Bandiera, am Gardasee)

Samstag (wieder Motorschaden)

Sonntag (Rückfahrt)


Der Idro-Bericht 2009:



Mittwoch (Stuttgart - Filisur):


Martin, Hubert, Frank, und Jürgen treffen sich in Stuttgart. Frank fährt flott los und ich sehe ihn noch am Rastplatz beim Vorbeifahren. An der nächsten Tanke warten wir, aber Frank scheint zusammen mit Mark und Carsten die Strecke über Ulm (Autobahn) gewählt zu haben. Hinterher erfahren wir, dass er mal wieder auf dem 'Letzten Tropfen' fuhr, und nur seinen Reservekanister nachkippen musste. Also zu dritt quer über die Schwäbische Alb bis Lindau. Die Fahrt ist recht langatmig, bis Hubert per Navi vor fährt und die kleinsten und kurvigsten Straßen findet. Österreich per Autobahn. Dann Schweiz. Liechtenstein streifen wir ganz kurz. Dann Landquart und endlich bergig - über Davos nach Filisur. Ankunft Camping Islas ca. 18 Uhr.




Hier treffen wir wieder die anderen Stuttgarter. Es gibt einen anderen Wirt und damit auch andere Portionen beim Essen. Wir sind unzufrieden - worauf der Wirt eine Schinken Platte gratis spendiert :-) Um eins geht's ab ins Tipi. Auch hier ist dem Wirt neu, dass ein Grill mit Lagerfeuer dazu gehört. Auch hier lässt er sich nicht lumpen und fährt eine große Ladung Holz im Handkarren an. Hubert holt sein Beil hervor (ich möchte wissen was da noch alles in den Packtaschen ist ...) und fängt eifrig an das Holz noch kleiner zu hacken ... Um 2 Uhr rätsele ich warum meine Kawa nur so oft ausging und dann kaum wieder ansprang und warum sie bei niedriger Drehzahl sooo wenig Leistung hatte. Bald träume ich von einem perfekten Motorrad bei dem man nie schrauben muss, das nie kaputt geht und das einen Charakter wie eine Ducati hat ... 








Donnerstag (Filisur - Idro):


Sehrrrr umfangreiches Frühstück! Wir fahren zufrieden auf den Albula Pass, dann Bernina Pass, dann nach Tirano/Italien.




Der gemeine Pso d. Foppa:
Direkt am Ortsausgang von Tirano findet Hubert mit seinem Navi die winzige Straße , hinauf zum Pso d. Foppa (1852m). Immer nur kleinste Spitzkehren steil hinauf. Mit meiner Kawa sehr häufig nur im ersten Gang. Dabei Temperaturanzeige immer im Auge, da ich mittlerweile weiß, dass der Ventilator nicht 'anspringt' Nach 2/3 des Anstieges liegt häufig noch Dreck des letzten Winters auf der 2m breiten Straße. Hubert fährt voraus und plötzlich, mittig ein großer, tiefer Dreckstreifen und Hubert verliert das Gleichgewicht. Bei langsamer Fahrt ist dann aber außer ein paar Kratzern nix passiert.


Schleifspuren ...Dreckspuren ...

Da die Kawa, wie gesagt manchmal so schlecht anspringt lasse ich den Motor erstmal laufen. Aber nach weniger als 2 Minuten Standzeit "explodiert" das Gefährt unter mir ... Kühlwasserschlauch - 2 cm oberhalb der Krümmer komplett geplatzt. Sekundenlang bin ich im Wasserdampfnebel eingehüllt. "Eine haushohe Wolke" lacht Carsten als er sieht, dass mir nichts passiert ist.

... sie dampft noch ...


Was tun? Ich muss die 800 Höhenmeter nach Tirano wieder - ohne Motorunterstützung  - hinunterrollen um eine Werkstatt zu finden und bin froh, dass Carsten und Frank bereitwillig mitkommen. Wir vermuten mindestens eine Zusatzübernachtung hier in der Nähe. Der Rest der Truppe ist froh diese zusätzliche Tortur (langer Pass entgegen der Zielrichtung) nicht nochmal durchmachen zu müssen und will weiterfahren. Also verabschieden wir uns auf ungewiss voneinander ... Antriebslos geht es tatsächlich eine knappe halbe Stunde problemlos bergab. Am Ortseingang eine KTM-Werkstatt :-)   "Nix Mechaniker - heute nur einer, sonst drei". Kein Problem, die Kawa nehmen wir selber auseinander, in einer Rumpelkiste ist auch ein ausgedienter Kühlerschlauch gefunden, den wir geschickt passend schneiden. Schon 2 Stunden nach dem Knall ist die Kawa wieder fahrfertig. Wir sind alle begeistert :-)))


der geplatzte Kühlwasserschlauch


Wenn wir uns nun beeilen könnten wir fast vor den Kollegen am Ziel sein ... Tatsächlich machen wir 1 1/2 Stunden gut und sind nur eine knappe Stunde nach den anderen am Ziel. Bleibt noch der  Pso di Croce Domininii und die lang ersehnte, herrliche Sicht auf den Idrosee zu erwähnen.

Wie immer am ersten Abend versammeln wir uns in der Stammpizzeria, diesmal 44 Biker aus München und Stuttgart.


 



Freitag (Klettern bei Salo am Gardasee)



Das heutige Ziel liegt bei Salo am Gardasee, dann nach Serniga und San Michelle ins Val d. Sur: Der Klettersteig "Ferrata Spigolo della Bandiera"
Leider humpelt Hubert noch ein wenig, so dass Martin mit mir den Via Ferrata unternehmen möchte. Nach ca. 1 Std Fahrt, zum Leidwesen von Martin die letzten 2 km Schotterstraße, wandern wir im schattigen Wald, 550 hm aufwärts.

Gardasee, oberhalb Salo


550 hm, trotz Schatten sehr schweißtreibendEine gute Stunde später erreichen wir den Klettersteig



Nach einer Stunde (inklusiv langer Pause) ist der Kletterspaß vorbei.


am EinstiegMartins erster KS  !!!

durchgehend tadellos versichert


Eine großartige Kletterei



Bald rennen wir dasselbe Tal wieder abwärts. Nach 4 stündiger Wanderung noch ein bisschen Sightseeing in Salo bei bestem Wetter



nach dem KS geht es das selbe Tal wieder abwärts4 Stunden später sind wir wieder am 'Parkplatz'


Höhenprofil
Sightseeing im hübschen Hafen von Salo



Abends leckere gegrillte Forellen, dann musikalisch: Diesmal mit E-Gitarre und Akkordeon: Carsten spielt den Blues, Pit perfekt "Hey Joe" und Martin begleitet alles, immer passend mit dem Akkordeon. Leider singt der ein- oder andere dazu viel zu laut und "\"  ;-)

"Klassisch" zum Diner: "Hey Joe"  ... selige Zuhörer ;-)


Einige Bierchen später: Konzentriert ...... Virtuos / schräg und laut / souverän




Nicht jeder ist hier soo kopflos ...



Samstag: (Kawa: Motoraussetzer und Reparatur)



Klaus und ich wollen eine kleine KRAD Tour nach Madonna di Campiglio machen. Nach 30km streikt meine Kawa urplötzlich:  Auf der Landstraße geht der Motor aus. Tank ist voll. Weder orgeln noch anschieben hilft irgend etwas. Vor lauter Verzweifelung kontrollieren wir den Luftfilter: Etwas ölig, aber nicht die eigentliche Ursache. Nach einer 3/4 Stunde, plötzlich, springt der Motor per E-Starter wieder an. Das unbekannte Problem scheint jederzeit wieder kommen zu können, daher fahren wir auf schnellstem Wege zurück zum Campingplatz. Bis dahin läuft der Motor, als ob nichts gewesen wäre. Mir macht die Fahrt keinen Spaß mehr. Gut angekommen gibt es auf dem Campingplatz mehr Tipps als Motorradfahrer:
Ich gehe allem nach ...


... entspanntes Fachsimpeln am Nachmittag ...
Ausschlussverfahren: Im Luftfilter steckt definitiv kein verlorenes Nummernschild !

Ausschlussverfahren: Wasser in den Vergasern ist es definitiv auch nicht !


... leider finde ich die Ursache nicht. Frustriert trinke ich ein Bier, und langsam dämmert es mir (ich hätte das Bier besser schon früher trinken sollen):
Also Kontakte für den Seitenständer gesucht und tatsächlich, die Kontakte sind etwas korrodiert.
Probefahrt: Motor läuft. (Lief aber vorher ja auch - meistens). War es das jetzt? Alles ungewiss. Ich plane für morgen den direkten Heimweg über den Brenner zu nehmen. Falls ich liegen bleibe könnte mich Stefan irgendwie mit seinem Anhänger aufsammeln ...


Abends wieder leckere Forellen, viel Bier und noch mehr Musik und Gesang. Diesmal singt Manuela die alten Schlager mit und nichts ist zu laut :-)



Sonntag (Heimfahrt: Idro - Stuttgart)



Carsten und ich fahren vollgepackt und vollgetankt los - allerdings keine 100m: Als ich die Kupplung ganz los lasse geht der Motor wieder aus :-(

           



Ergebnis: Motor läuft die ganze Rückfahrt ohne Aussetzer  :-)

Bis auf Kleinigkeiten verläuft die weitere Fahrt reibungslos:

      
Am nächsten Wochenende: 
Die bisher kontrollierten Kontakte und das geschilderte Verhalten deuteten ja schon auf ein elektrisches Problem. Daher überprüfe ich _alle_ Kontakte und es trifft mich der Schlag:

     

Fast alle Kontakte sind ganz übel korrodiert. Aus dem Sicherungskasten rieselt ein Teelöffel großer Haufen von Grünspan ... So gut es geht blank gemacht und viel Caramba Kontaktspray verwendet. Ergebnis:
Die Leerlaufkontrolle leuchtet heller as vorher, die Seitenständer-Kupplungs-Sicherheitsschaltung funktioniert wieder. Standgas ist wieder stabiler.

Fazit:
Nächste Motorradausfahrt nur noch mit Multimeter ... oder mit einer neueren Maschine ...



Kurzfassung:
1400km, Benzin für 102€, Verbrauch 5,0 l/100km


Nachtrag:
Auch Hennings Motorrad streikte bei der Rückfahrt! Allerdings erst als er bereits in seinem Heimatort angekommen war.   (Ursache ???)





JD, letzte Änderung: July 18 2011 19:51:37.