Kradtreff am Lago d'Idro 2008 - 

Diesmal die perfekte Kombination:

KRAD fahren und Klettern




Wie üblich für das Treffen, das lange Fronleichnam-Wochenende. Problem: Viele Pässe sind noch gesperrt. Insbesondere der Pso di Croce Domininii, aber auch der Albula Pass ... 


Die Pass-Streckenbeschreibung:

Mittwoch (Hinfahrt, 1.Tag)

Donnerstag (Hinfahrt, 2.Tag)

Freitag (Klettersteig Cima Capi bei Riva am Gardasee)

Samstag (Klettersteig bei Arco/Riva)

Sonntag (Rückfahrt)


Der Idro-Bericht 2008:



Mittwoch (Stuttgart - Filisur):
Mark, Martin, Hubert, Frank, John und Jürgen treffen sich in Stuttgart, fahren quer über die Schwäbische Alb bis Lindau. Die Fahrt ist recht gemütlich, da die beiden Krad-Anfänger vernünftig genug sind und es vorsichtig angehen. Ab Lindau quälen sich John und Jürgen über die Bundestrasse über Liechtenstein nach Landquart. Endlich bergig - über Davos nach Filisur. Ankunft Camping Islas ca. 18 Uhr. Hier treffen wir wieder die restlichen Stuttgarter und Klaus mit seiner Africa Twin. Wir brauchen keine Zelte aufbauen und schlafen im großen Tipi (ist aber ganz schön frisch)









Donnerstag (Filisur - Idro):
Wie gesagt Albulla Pass ist gesperrt, also geht's über den Julier Pass (2284m) und Bernina Pass (2323m) nach Tirano/Italien. Pause im Ortskern bei einer Eisdiele. Da Pso Domininii leider auch gesperrt ist suchen wir nach Alternativen Richtung Pso Tonale. Laut Karte müsste es einen kleinen Pass keine 10km nordöstlich von Tirano geben. Ob der aber schon offen ist kann uns im Ort niemand sagen. Wir versuchen es und entdecken einen neuen Pass, den  Pso d. Foppa (1852m) auf der Traditionsstrecke zum Idrosee !!! 1400 hm schrauben wir uns in kleinsten Spitzkehren steil hinauf. Ich fahre mit der Kawa quasi durchgehend im ersten Gang ... Oben ist es nebelig, und teilweise Raureif auf der Straße.  Aber wir kommen hinüber - nach Edolo.  Dann im Anschluss Pso d. Tonale (1883m) und über Madonna di Campiglio und Tione di Trento zwischen Brenta und Adamello das lange Tal hinunter zum Idrosee.

Erschöpft und mit viel 'Hallo' genießen wir erstmal das italienische Bier.
Stefan ist erfreulicher Weise auch bereits mit Auto, Familie, Boris und Bikes per Anhänger am Ort. An dieser Stelle meinen Dank für den zusätzlichen Gepäcktransport :-)

Abends versammeln sich ca. 25 Biker aus München und Stuttgart in der 'Stammpizzeria'.


 


Julier Pass


Freitag (Klettern bei Riva / Gardasee)

Hubert, John und Jürgen machen eine kleine Tour durchs schöne Val d.Ampola, am Ledrosee vorbei,  bis nach Riva. Helme und Motorradjacken werden mit einem langen Drahtseilschloss am Motorrad angeschlossen und um 10:15 Uhr beginnt die Bergwanderung auf den Cima Capi. Erst gepflastert an der Ruine Bastione vorbei, dann schweißtreibend immer aufwärts auf breitem Wanderweg zur Kapelle St. Babara. Ab hier, aber spätestens ab der bald folgenden Eisenleiter lassen wir alle Sandalen-Touristen hinter uns. Nach gut 2 1/2 Stunden entdecken wir ein Labyrinth von Kriegsstollen - wir bekommen eine wage Ahnung, wie hier im ersten Weltkrieg gekämpft wurde. Fast im Anschluss kommt die erste Drahtseilpassage. Da es gerade ein wenig geregnet hatte und rutschig  sein könnte, beschließen wir unsere Klettersteigsicherung schon hier anzulegen. Kurze Zeit später sind wir auf dem Gipfel des Cima Capi, ca 850m über dem Gardasee. Wir genießen die einmalige Aussicht ... und freuen uns auf das nun kommende Highlight: Der Klettersteig - durchgehend drahtseilgesichert aber leicht zu klettern - führt direkt vom Gipfel ca. 200 hm abwärts. Auf dieser direkten Verbindung zwischen Gipfel und Gardasee ist (leider) Hochbetrieb. Einige 'Unerfahrene', häufig Familien mit Kindern, haben deutliche Probleme in diesem Absturzgelände. Dennoch ist es für uns ein toller Kletterspaß. Der KS ist zu Ende, und es beginnt zu regnen. Wir beeilen uns und sitzen bald in Riva und haben im Eiskaffe  fast die gesamte Tour von 5 1/2 Stunden vor Augen.

Die Rückfahrt über Bogliaco zum Idrosee beginnt trocken ...doch in den Bergen beim Lago di Valvestino ist dem Wolkenbruch kein Entrinnen ... gut, dass wir in Wanderhose unterwegs sind, da bleibt die Motorradhose wenigsten trocken im Zelt ;-)






Die Bergtour: Riva - Cima Capi - und zurück (klick für Details)
 
Das zeitliche Höhenprofil (klick für Details)






 
 

Bastione
 

   
Santa Barbara, Blick auf Riva
 















                                                    Cima Capi





 


die erste Drahtseilsicherung

kurz vor dem Gipfel

perfekt gesicherter KS ...

 .. und griffiger Fels

"da oben waren wir gerade"

geschafft :-)

       










      




Samstag: ('Klettern' bei Arco/Riva)


Nach den vielen Höhenmetern des Vortages wollen John und Jürgen etwas weniger wandern - aber dennoch klettern - wir fahren wieder nach Riva und dann ins nahe Klettergebiet bei Arco. Der KS beginnt direkt am Parkplatz :-) Prima, jedoch scheint das nicht nur für uns besonders attraktiv zu sein. Auch ist der KS einer der besonders leichten ... okay, wir bringen's schnell hinter uns und erfreuen uns lieber auf 2 Rädern an den Kurven und der Landschaft in den Bergen oberhalb von Riva bei Vesio. Anschließend wieder vorbei am Lago di Valvestino dem 'Pass'-Übergang zum Idrosee.

Abends wird schon alles für die Heimreise gepackt und es gibt ein weiteres Highlight: Gegrillte Forellen vom Chefkoch :-)


"hält dat?"

"imposanter Selbstbau!"

2 Träumer ...

Angler?

lecker ...

Griechischer Chefkoch


     
    



Sonntag (Heimfahrt: Idro - Stuttgart)

John, Frank, Klaus und Jürgen wollen gemeinsam zurück nach Stuttgart fahren. Die restlichen Stuttgarter mit Zwischenstopp im Filisur-Tipi. Irgendwann haben alle gesattelt (Szenario ähnlich wie in 2006 ...), und wir fahren über den, noch nicht freigegebenen Pso di Croce Domininii (1893m). Er ist auch tatsächlich schneefrei, jedoch zu einem großen Teil mit einem Schmierfilm überzogen. Hier merkt Jürgen deutlich, dass der Michelin Pilot Road eben nicht so gut haftet wie der Pilot Power ...
Klaus kennt diese Probleme mit seiner grobstolligen African Twin nicht. Abgesehen von seltenem Nieselregen und recht kühlen Temperaturen verläuft die Weiterfahrt über  Pso dell Aprica (1172m) und Bernina Pass (2323m) ohne Zwischenfälle. Auf dem Julier Pass (2284m) kommen wir dann allerdings in eine Polizeikontrolle. Natürlich denkt jeder "ohweia, hoffentlich habe ich noch hinten genug Profil ...". Die Kräder werden aber gar nicht kontrolliert. Die Schweizer Polizei mahnt uns nur höflich zur Vorsicht. Es seien nicht die 18jährigen Führerscheinneulinge, sondern meist die 40 bis 50jährigen Wiedereinsteiger die tödlich verunglücken. Häufig wird die geringe Haftung der niedrigen Straßenbelagstemperatur in den Bergen nicht bedacht ... Wir bekommen heißen Kaffee gereicht. Nett, die Schweizer Polizei !
Wir fahren nun weiter (täuscht mein Gefühl, dass alle doch etwas vorsichtiger fahren???) nach Chur, dann bald quer über Wattwil (bohhh das zieht sich ...) nach Konstanz, dann per A81 zügig nach Stuttgart.


Pso di Croce Domininii

Polizeikontrolle

letzte Pause, tief in der Schweiz ...

      



Zusammenfassung: 1630km, Benzin für 122€, Verbrauch 5,36 l/100km ...






   
17.01.2009 JD